Neues und Historisches

Rohrbach: spannender Kontrast zwischen Moderne und Vergangenheit

Rohrbach: spannender Kontrast zwischen Moderne und Vergangenheit

i 3. Oktober 1961 von U. Beyer

Rohrbach ist ein Juwel der Hallertau. Weithin sichtbar steht auf der Anhöhe über dem Ort die Basilka "Verklärung Christi, erbaut von dem renommierten Münchner Architekten Alexander von Branca in intensivem Gedankenaustausch mit dem damaligen Rohrbacher Pfarrer Bruno Feß. Ihre schlichte, auf italienische Kirchenbauideen zurückgreifende, in Fachkreisen europaweit beachtete moderne Architektur mit ihrer wohlüberlegten Raumgestaltung schafft eine Atmosphäre der Ruhe und Besinnung. Durch die strenge Nüchternheit des Kirchenschiffs kommen die prachtvollen historischen Skulpturen aus der historischen Dorfkirche gut zur Geltung. Dort wurden sie 1961 bedauerlicher Weise entfernt.

Diese farblich mit dem Schloss und der benachbarten Tafernwirtschaft harmonisch abgestimmte historische Kirche St. Johannes der Täufer ist im Kern romanisch. Gotisiert wurde sie in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, indem u. a. der Turm durch den typischen Zinnengiebel erhöht wurde. Zum Glück entging sie nach der Fertigstellung der neuen Kirche dem Abriss. Leider hat ihr Innenraum durch die Entfernung der meisten Figuren und der Seitenaltäre sehr gelitten. Es wäre wünschenswert, dass dieses stiefmütterlich behandelte Baudenkmal seine ursprüngliche Ausstattung zurückbekäme.

Ein wesentlicher Bestandteil des zentralen Ensembles ist das Schloss. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ging 1816 in den Besitz der 1817 nobilitierten Familie von Koch über, die es bis heute bewohnt. Über Jahrhunderte hinweg haben die Eigentümer all die historischen Tapeten, Möbel, Porträts, Büchern etc. liebevoll erhalten. Nur selten werden besondere Besuchergruppen durch das Baudenkmal geführt.

Leider ist die benachbarte stattliche Tafernwirtschaft derzeit nicht in Betrieb, denn sie wird gegenwärtig von den Dorfbewohnern selbst in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege saniert und restauriert, um wieder einen zentralen Treffpunkt für das Dorfleben zu bekommen. Welche positive Aussicht für die Zukunft!


Fotos: U. Beyer, G. Helmbrecht

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